Der Kandidat, der auf einen Bierdeckel passt
2002 hat Angela Merkel Friedrich Merz ausgeschaltet, jetzt hat sich Friedrich Merz wieder eingeschaltet. Er will als CDU-Vorsitzender die Lücken schließen, die für die Bundeskanzlerin alternativlos gewesen sind. Bei der Wahl im Dezember werden Spähne fallen. Der Jens beispielsweise. Und die Annegret wird zum Karren-Bauer, den sie selbst vor die Wand fährt.
Weil das so kommen könnte, fürchtet der Stephan aus Hannover schon um die große Koalition. Macht sonst ja keiner. Dabei ist die SPD höchst unwillig erneut an die Macht gekommen. Sie wurde von der FDP dazu gezwungen. Christian Lindner wollte lieber gar nicht regieren als so, wie das von der FDP zu erwarten gewesen wäre.
Wer für ein Amt nicht mehr kandidiert, muss sich von den Medien viel gefallen lassen. Bewunderung bekommt nur, wer so raffiniert ist wie Angela Merkel vor 18 Jahren. Da hat sie den Edmund Stoiber zum aussichtslosen Kanzlerkandidaten gemacht und bekam dafür den Fraktionsvorsitz von Friedrich Merz. Der verschwand grollend und wurde als Schmuddelkind erfolgreich.
Der Friederich, der Friederich war früher ein arger Wüterich, doch nun hat sich der Struwwelpeter die Haare gekämmt. Die neue Frisur steht ihm gut. "Sollte Merz im Dezember als Sieger aus der Abstimmung hervorgehen, würden wir Amerikaner uns sicherlich freuen", heißt es bereits in amerikanischen Wirtschaftskreisen.
Ein Bierdeckel hat Friedrich Merz berühmt gemacht. Dabei sollte es bleiben...Mal sehen, wie raffiniert Angela Merkel dieses Mal ist. Einen Kandidaten, der auf einen Bierdeckel passt, muss sie schließlich nicht mehr schrumpfen.
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Donnerstag, 1. November 2018
Jetzt fallen Spähne
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Sonntag, 14. Mai 2017
Überall SPD-Rücktritte
Sozialdemokraten verlassen Bundesregierung
Nach der heutigen Klatsche in Nordrhein-Westfalen ist Hannelore Kraft als Landesvorsitzende der SPD zurückgetreten. Morgen sollten alle SPD-Ministerinnen und -Minister in der Bundesregierung folgen, damit sich die FDP nicht mehr fragen muss, ob Angela Merkel oder Andrea Nahles Bundeskanzlerin ist.
Da kümmern sich die Sozialdemokraten in Berlin um alles, was wichtig ist, und wenn es ums Wählen geht, geht alles schief. Wie zwischen den Wahlen bei den CDU- und CSU-Vertretern im Kabinett von Mutti, die immer das macht, was sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr vermeiden lässt. Bis dahin schickt sie ihre Regierungssprecherin Ursula von der Leyen in die Talkshows.
Sogar von Demoskopen muss sich die SPD schon verarschen lassen. Ob Landtagswahl im Saarland, in Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen, die angeblichen Erforscher der manipulierten Wählermeinungen arbeiten immer nach dem gleichen Schema: Sieht sehr gut aus für die SPD, könnte knapper werden als von uns behauptet, wird sehr knapp, die CDU führt hauchdünn. Und dann verliert die SPD haushoch.
Das liegt eben daran, dass sich viele Wählerinnen und Wähler erst im letzten Moment entscheiden, behaupten die Demoskopen nach den Wahlen und fangen mit ihrer SPD-Verarschung von vorne an.
Man stelle sich nur einmal vor, nach den SPD-Rücktritten in der Bundesregierung müsste sich Alexander Dobrindt um den Arbeitsmarkt kümmern, da würde seine Maut doch im Nu als Erfolgsmodell gelten. Thomas de Maiziére würde mit allem, was er als Außenminister sagt, seine Gesprächspartner mehr verwirren als mit dem, was er nicht sagt. Noch peinlicher wäre der Bundesgesundheitsminister als, aber lassen wir das, wie der heißt, weiß doch niemand. Deshalb stehen die Krankenhäuser auch so da wie sie dastehen.
Also, Martin Schulz, machet!
Nach der heutigen Klatsche in Nordrhein-Westfalen ist Hannelore Kraft als Landesvorsitzende der SPD zurückgetreten. Morgen sollten alle SPD-Ministerinnen und -Minister in der Bundesregierung folgen, damit sich die FDP nicht mehr fragen muss, ob Angela Merkel oder Andrea Nahles Bundeskanzlerin ist.
Da kümmern sich die Sozialdemokraten in Berlin um alles, was wichtig ist, und wenn es ums Wählen geht, geht alles schief. Wie zwischen den Wahlen bei den CDU- und CSU-Vertretern im Kabinett von Mutti, die immer das macht, was sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr vermeiden lässt. Bis dahin schickt sie ihre Regierungssprecherin Ursula von der Leyen in die Talkshows.
Sogar von Demoskopen muss sich die SPD schon verarschen lassen. Ob Landtagswahl im Saarland, in Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen, die angeblichen Erforscher der manipulierten Wählermeinungen arbeiten immer nach dem gleichen Schema: Sieht sehr gut aus für die SPD, könnte knapper werden als von uns behauptet, wird sehr knapp, die CDU führt hauchdünn. Und dann verliert die SPD haushoch.
Das liegt eben daran, dass sich viele Wählerinnen und Wähler erst im letzten Moment entscheiden, behaupten die Demoskopen nach den Wahlen und fangen mit ihrer SPD-Verarschung von vorne an.
Man stelle sich nur einmal vor, nach den SPD-Rücktritten in der Bundesregierung müsste sich Alexander Dobrindt um den Arbeitsmarkt kümmern, da würde seine Maut doch im Nu als Erfolgsmodell gelten. Thomas de Maiziére würde mit allem, was er als Außenminister sagt, seine Gesprächspartner mehr verwirren als mit dem, was er nicht sagt. Noch peinlicher wäre der Bundesgesundheitsminister als, aber lassen wir das, wie der heißt, weiß doch niemand. Deshalb stehen die Krankenhäuser auch so da wie sie dastehen.
Also, Martin Schulz, machet!
Dienstag, 24. Januar 2017
Schulz-Schock für Merkel
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| Ein Stern, der seinen Namen trägt. |
Das hat nicht einmal "Bild" vorher gewusst: Mit der Magenverkleinerung werden auch die Ansprüche von SPD-Chef Sigmar Gabriel kleiner. Heute hat er sich eine Kanzlerkandidaten-Diät verschrieben.
Für die Verbreitung politischer Langeweile ist in nächster Zeit nur noch die "Zeit" zuständig. Die vertickt ab sofort vierwöchige kostenlose Wochenzeitungs-Zusendungen und schafft so auf ihre Weise alternative Fakten.
Das ist nicht einmal gelogen, denn in einer Umfrage stuft die "Zeit" den Verzicht von Gabriel auf die Kanzlerkandidatur als "Rückzug" ein und fragt auch gleich, ob Martin Schulz der bessere Kanzlerkandidat ist, als gebe es in der SPD zwei. Aber wer einen Chefredakteur hat, der öffentlich damit angibt, dass er bei der Europawahl zwei Stimmen abgegeben hat, ist eben alternativ, das aber nicht faktisch. Der "stern" behauptet sogar einen Rücktritt, als sei Kanzlerkandidat ein Amt. Donald Trump verwirrt die deutschen Geister offenbar schneller als befürchtet.
Die Zeit bis zur Bundestagswahl will sich Sigmar Gabriel dem Vernehmen nach als Bundesaußenminister vertreiben. Ein Reiseziel entfällt schon einmal: Washington. Das zweite steht schon länger nicht mehr im Terminkalender eines deutschen Außenministers: Moskau. Bleiben also Kurzreisen. Ins feindliche Bayern beispielsweise.
Angela Merkel soll der "stern" postfaktisch aus der Hand gefallen sein, obwohl er noch gar nicht auf dem Markt ist. Zum ersten Mal bekommt sie es als Kanzlerin mit einem sozialdemokratischen Herausforderer zu tun. Schulz weiß, wie sich Niederlagen anfühlen, Merkel noch nicht.
Im Facebook: Wir haben die Bundestagswahl
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Freitag, 14. Februar 2014
Nichts verlernt
Angela bleibt Kanzlerin der verlorenen Minister
Der Weizen muss Trauer tragen. Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich ist zurück getreten, weil er im Fall Sebastian Edathy die SPD auf den Fall vorbereitet hat, der allerdings kein Fall mehr ist. Da der Fall eingetreten sein könnte, dass dies geschah, weil Friedrich im Oktober vorigen Jahres mit Sigmar Gabriel über Edathy sprach, wich der Minister dem Druck der Staatsanwaltschaft von Hannover, die bei der Durchsuchung der Wohnung und der Büros des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten offenbar nichts Strafbares fand, sondern nur Dateien im "Grenzbereich zur Kinderpornografie", den der Chef der Staatsanwaltschaft Hannover, Jörg Fröhlich, heute eigens für diesen Nicht-Fall erfand.
Was nicht neu ist für diese Behörde, die sich oft in Grenzbereichen bewegt, aber neu war für Hans-Peter Friedrich, der schon als Bundesinnenminister nur weiße Flecken auf der politischen Landkarte kannte, die nicht einmal von der NSA beschmutzt werden konnten. Bis auch Merkels Handy abgehört worden ist, was inzwischen verständlich erscheint, denn die amerikanische Regierung möchte verständlicherweise stets so schnell wie möglich wissen, wer der nächste verlorene Minister werden könnte.
Könnte Sigmar Gabriel sein, über den man bis heute nur weiß, dass er als Politiker schon vieles probiert hat - was macht der eigentlich zurzeit? Die google-Suchmaschine behauptet: SPD-Vorsitzender, Vizekanzler, Wirtschafts- und Energieminister. Mit Gabriel hätte Merkel also gleich zwei verlorene Minister. Wenn aber Friedrich zurück tritt und dennoch behauptet, er habe im Oktober vorigen Jahres keine Fehler gemacht, dann muss ein anderer Fehler gemacht haben. Wenn Politikerinnen und Politiker Fehler vertuschen wollen, ziehen sie auch andere ins Vertrauen, denen sie später die Schuld in die Schuhe schieben können. Das wären als Nächste Sigmar Gabriel, dann Frank-Walter Steinmeier, der ebenfalls über den Nicht-Fall Sebastian Edathy informiert wurde.
Wenn das so weitergeht, bleibt Angela Merkel nur noch Ursula von der Leyen. Die geht garantiert nicht verloren. So viel Glück hat die Bundeskanzlerin nicht...
Mehr über den Fall Edathy
Der Weizen muss Trauer tragen. Bundesagrarminister Hans-Peter Friedrich ist zurück getreten, weil er im Fall Sebastian Edathy die SPD auf den Fall vorbereitet hat, der allerdings kein Fall mehr ist. Da der Fall eingetreten sein könnte, dass dies geschah, weil Friedrich im Oktober vorigen Jahres mit Sigmar Gabriel über Edathy sprach, wich der Minister dem Druck der Staatsanwaltschaft von Hannover, die bei der Durchsuchung der Wohnung und der Büros des ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten offenbar nichts Strafbares fand, sondern nur Dateien im "Grenzbereich zur Kinderpornografie", den der Chef der Staatsanwaltschaft Hannover, Jörg Fröhlich, heute eigens für diesen Nicht-Fall erfand.
Was nicht neu ist für diese Behörde, die sich oft in Grenzbereichen bewegt, aber neu war für Hans-Peter Friedrich, der schon als Bundesinnenminister nur weiße Flecken auf der politischen Landkarte kannte, die nicht einmal von der NSA beschmutzt werden konnten. Bis auch Merkels Handy abgehört worden ist, was inzwischen verständlich erscheint, denn die amerikanische Regierung möchte verständlicherweise stets so schnell wie möglich wissen, wer der nächste verlorene Minister werden könnte.
Könnte Sigmar Gabriel sein, über den man bis heute nur weiß, dass er als Politiker schon vieles probiert hat - was macht der eigentlich zurzeit? Die google-Suchmaschine behauptet: SPD-Vorsitzender, Vizekanzler, Wirtschafts- und Energieminister. Mit Gabriel hätte Merkel also gleich zwei verlorene Minister. Wenn aber Friedrich zurück tritt und dennoch behauptet, er habe im Oktober vorigen Jahres keine Fehler gemacht, dann muss ein anderer Fehler gemacht haben. Wenn Politikerinnen und Politiker Fehler vertuschen wollen, ziehen sie auch andere ins Vertrauen, denen sie später die Schuld in die Schuhe schieben können. Das wären als Nächste Sigmar Gabriel, dann Frank-Walter Steinmeier, der ebenfalls über den Nicht-Fall Sebastian Edathy informiert wurde.
Wenn das so weitergeht, bleibt Angela Merkel nur noch Ursula von der Leyen. Die geht garantiert nicht verloren. So viel Glück hat die Bundeskanzlerin nicht...
Mehr über den Fall Edathy
Dienstag, 1. März 2011
Seufzerallee
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| Die Seufzerallee in Hannover. |
O, Angela, der Lenz ist da, die Opposition singt trallalla, der Karl-Theodor ist nicht mehr da...
Kaum ist Mutti in Hannover, ist sie nicht mehr im Bilde. Dort ist dafür ihr Lieblingssohn. Und bekommt die Genehmigung. Er darf die Familie verlassen. Schon bekommt Mutti einen Anruf. "Ich kann nicht mehr", sagt Karl-Theodor.
Nach diesem Anruf verlässt Mutti die CeBIT und begibt sich zur Seufzerallee in Hannover, die so heißt, weil sich hier Soldaten vor vielen Jahrzehnten von ihren Bräuten verabschiedet haben. Hat mir jedenfalls eine ältere Hannoveranerin erzählt.
Dann wirft sie einen Blick auf die AWD-Arena. So sehen Sieger aus, denkt sie - und zwar nach Jahren mit vielen Niederlagen. Im Wirbelsäulenzentrum lässt sie ihr Kreuz wieder gerade machen. Mutti verlässt das Zentrum und somit die Seufzerallee. Kehrt zur CeBIT zurück.
"Smart home" lautet in diesem Jahr das Motto dieser Computermesse. Smart ist der Karl-Theodor gewesen. Home ist er nicht mehr.
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Sonntag, 18. Juli 2010
Rücktrittsrepublik
18. Juli 2010
Keine frischen Brötchen mehr
Auch mein Nachbar ist gestern zurückgetreten. Von dem Versprechen, mir täglich frische Brötchen mitzubringen.
Keine frischen Brötchen mehr
Auch mein Nachbar ist gestern zurückgetreten. Von dem Versprechen, mir täglich frische Brötchen mitzubringen.
Dienstag, 1. Juni 2010
Wulff oder von der Leyen?
1. Juni 2010
Bundespräsidentin aus Burgdorf bei Hannover?
Wer denn nun? Ursula von der Leyen aus Burgdorf bei Hannover oder Christian Wulff, zurzeit in Hannover Ministerpräsident von Niedersachsen? Ein Stuhl ist frei geworden. Wer setzt sich drauf?
Horst Köhler hat gestern die beleidigte Leberwurst gegeben. Die strich er sich beim Frühstück erst auf das sonst Marmeladenbrötchen, nahm noch einen Kaffee und dann den Telefonhörer zum Zwecke der Mitteilung an die Bundeskanzlerin, dass er fortan nicht mehr Bundespräsident sein werde. Nicht noch einmal wollte er missverstanden werden, sich Kritik gefallen lassen für eine Äußerung, die so falsch gar nicht gewesen ist, aber falsch ankam, weil sie wohl falsch ankommen sollte, da es nur eine Lesart geben darf: Am Hindukusch wird die Freiheit von Deutschland verteidigt.
Christian Wulff hat möglicherweise geahnt, dass Horst Köhler das Weite sucht, wenn Kritik auf ihn niederprasselt. Seit geraumer Zeit hält sich der Niedersachse aus parteipolitischem Gezänk heraus. Wer nach oben will, muss die Niederungen verlassen.
Doch in der Nachfolgediskussion fällt nicht nur sein Name, ins Gespräch gebracht wird auch Ursula von der Leyen. Nein sagen würde sie bestimmt nicht. Schon oft hat sie bewiesen, dass sie die Gunst der Stunde erkennt und weiß, wann sie für sich die Trommel rühren muss und wann nicht. Die Alltagssorgen einer Bundesarbeitsministerin wäre sie los, die Welt müsste man ihr nicht erklären. Die kennt sie.
Was man von Sigmar Gabriel nicht sagen kann. Der träumt in Interviews von einer Kandidatin oder einem Kandidaten abseits aller Parteien und tut so, als müssten CDU, CSU und FDP den gleichen Traum haben. Olaf Lies als neuer niedersächsischer SPD-Vorsitzender gibt derweil den Traumtänzer und schlägt Margot Käßmann als Köhler-Nachfolgerin vor. Die hat zwar bei ihrer ersten Predigt nach ihrem Rücktritt viele Gläubige in die Marktkirche zu Hannover gelockt, knabbert aber immer noch an einer Alkoholfahrt herum. Wer macht da schon das nächste öffentliche Fass auf?
Auch CDU, CSU und FDP haben zu knabbern. Erstens an einer miesen Koalitionszusammenarbeit und jetzt auch noch an einem Bundespräsidenten, den sie in eine zweite Amtszeit gehievt haben und der sich aus dem Staub machte - und das auch noch ohne jede Vorwarnung. Also muss eine Persönlichkeit aus dem eigenen Lager her. Sonst könnte es heißen: Erst läuft ihnen der eigene Mann weg und jetzt finden sie bei sich keine Neue oder keinen Neuen?
Wer also denn nun? Christian Wulff oder Ursula von der Leyen. Jede Wette: Wenn es nur um diese Beiden geht, dann wird es die Frau aus Burgdorf bei Hannover...Die weiß immer, wann die Gunst der Stunde schlägt.
Bundespräsidentin aus Burgdorf bei Hannover?
Wer denn nun? Ursula von der Leyen aus Burgdorf bei Hannover oder Christian Wulff, zurzeit in Hannover Ministerpräsident von Niedersachsen? Ein Stuhl ist frei geworden. Wer setzt sich drauf?
Horst Köhler hat gestern die beleidigte Leberwurst gegeben. Die strich er sich beim Frühstück erst auf das sonst Marmeladenbrötchen, nahm noch einen Kaffee und dann den Telefonhörer zum Zwecke der Mitteilung an die Bundeskanzlerin, dass er fortan nicht mehr Bundespräsident sein werde. Nicht noch einmal wollte er missverstanden werden, sich Kritik gefallen lassen für eine Äußerung, die so falsch gar nicht gewesen ist, aber falsch ankam, weil sie wohl falsch ankommen sollte, da es nur eine Lesart geben darf: Am Hindukusch wird die Freiheit von Deutschland verteidigt.
Christian Wulff hat möglicherweise geahnt, dass Horst Köhler das Weite sucht, wenn Kritik auf ihn niederprasselt. Seit geraumer Zeit hält sich der Niedersachse aus parteipolitischem Gezänk heraus. Wer nach oben will, muss die Niederungen verlassen.
Doch in der Nachfolgediskussion fällt nicht nur sein Name, ins Gespräch gebracht wird auch Ursula von der Leyen. Nein sagen würde sie bestimmt nicht. Schon oft hat sie bewiesen, dass sie die Gunst der Stunde erkennt und weiß, wann sie für sich die Trommel rühren muss und wann nicht. Die Alltagssorgen einer Bundesarbeitsministerin wäre sie los, die Welt müsste man ihr nicht erklären. Die kennt sie.
Was man von Sigmar Gabriel nicht sagen kann. Der träumt in Interviews von einer Kandidatin oder einem Kandidaten abseits aller Parteien und tut so, als müssten CDU, CSU und FDP den gleichen Traum haben. Olaf Lies als neuer niedersächsischer SPD-Vorsitzender gibt derweil den Traumtänzer und schlägt Margot Käßmann als Köhler-Nachfolgerin vor. Die hat zwar bei ihrer ersten Predigt nach ihrem Rücktritt viele Gläubige in die Marktkirche zu Hannover gelockt, knabbert aber immer noch an einer Alkoholfahrt herum. Wer macht da schon das nächste öffentliche Fass auf?
Auch CDU, CSU und FDP haben zu knabbern. Erstens an einer miesen Koalitionszusammenarbeit und jetzt auch noch an einem Bundespräsidenten, den sie in eine zweite Amtszeit gehievt haben und der sich aus dem Staub machte - und das auch noch ohne jede Vorwarnung. Also muss eine Persönlichkeit aus dem eigenen Lager her. Sonst könnte es heißen: Erst läuft ihnen der eigene Mann weg und jetzt finden sie bei sich keine Neue oder keinen Neuen?
Wer also denn nun? Christian Wulff oder Ursula von der Leyen. Jede Wette: Wenn es nur um diese Beiden geht, dann wird es die Frau aus Burgdorf bei Hannover...Die weiß immer, wann die Gunst der Stunde schlägt.
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