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Dienstag, 21. Mai 2019

Zwei Neuwahlen

Für den Anschluss an Österreich

Damit Deutschland nicht den Anschluss an Österreich verliert, wird in immer mehr Redaktionsstuben über Neuwahlen nachgedacht. Denn große Koalitionen in beiden Ländern, das würde doch bedeuten: Hier zu Lande nach dem Basta-Kanzler weiter die Asthma-Kanzlerin, dort zu Lande wieder gelebte Abneigung bei jeder Kabinettssitzung.

Richten sollen es die Europawahlen. Die SPD weiß bereits, dass sie schlecht abschneiden wird, die CDU gewöhnt sich allmählich daran. Außerdem wollen die deutschen Großkoalitionäre ihre Zusammenarbeit sowieso auf den Prüfstand stellen. In Österreich und in Deutschland könnte also im September neu gewählt werden. Der März ist leider schon vorüber. 

Bis zu den Neuwahlen soll die österreichische Regierung mit Experten angereichert werden. Das allerdings wäre für Deutschland etwas völlig Neues. Merkel verlässt sich lieber auf Allrounder wie Peter Altmaier, der nichts kann, das dafür aber perfekt. 

Damit Deutschland nicht den Anschluss an Österreich verliert, muss also noch so manches passieren. 

Dienstag, 18. September 2018

Die Angleichung

Frisch aus Merkels Garten.
Nicht nur Wetter wie in einer Bananenrepublik

Wie die Angela das aber auch immer hinkriegt! Hans-Georg Maaßen wird zwar als Verfassungsschutzpräsident entlassen, dafür wurde er von Horst Seehofer aber als Staatssekretär eingestellt. Eine solche Postenschacherei kennt man eigentlich nur aus Bananenrepubliken, aber in diesem Sommer gleicht sich nicht nur das Wetter an.

Allein hingekriegt hat die Angela das aber nicht. Die SPD-Chefin Andrea Nahles hat zugestimmt. Es gleicht sich also nicht nur das Wetter an, sondern auch der Verfassungsschutz, das Bundesinnenministerium und die SPD. Die sind nun alle in noch schlechterer Verfassung.

Tatsächlich entlassen worden ist dagegen heute ein Tatverdächtiger aus Chemnitz. Auch bei Angela kann nicht alles klappen. 

Montag, 19. Februar 2018

Das Interview

CDU-Wahlkampfmotto 2047.
Merkel rechnet mit Wiedereinzug der SPD
Man würde sie auf Mitte 80 schätzen, wenn sie einem beim Skilanglauf begegnen würde. Ratgeber-Autor Heinz-Peter Tjaden hat sich vier Wochen vor der Bundestagswahl im Herbst 2047 mit der Kanzlerin unterhalten.
Frau Bundeskanzlerin, Sie sind nun seit 42 Jahren im Amt und treten noch einmal an. Lautet Ihr Motto „Alter schützt vor Kanzlerschaft nicht?“

Freitag, 28. August 2015

Ist das die SPD

Oder kann die weg?

"Manchmal fragt man sich, ob es sich bei der SPD tatsächlich um eine Partei handelt oder nicht vielmehr um eine Autoimmunstörung." So beginnt "Cicero"-Chefredakteur Christoph Schwennecke in der September-Ausgabe seine Betrachtungen über die sozialdemokratische Neigung zur Selbstzerstörung. Wenn Schwennecke jedoch meinen sollte, er könne seine anschließend eher ermüdenden Zeilen mit einem Satz, der an "Ist das Kunst oder kann das weg?" erinnert, über die ganze Magazinseite retten, dann irrt er sich. Die grundsätzlichen Probleme der SPD erkennt er nämlich nicht. Ob Sigmar Gabriel nun demontiert wird oder nicht, ändert nichts an der Tatsache, dass die Sozialdemokratie eigentlich schon an die CDU vergeben ist.

Angela Merkel als Bundeskanzlerin und Vorsitzende der CDU hat aus ihrer Partei eine Zweit-SPD gemacht, die sich die süßen Früchte der sozialdemokratischen Arbeit schmecken lässt, die sauren Früchte bekommt die SPD zurück. Die Rollen sind inzwischen derart perfekt verteilt, dass die meisten Wählerinnen und Wähler genauso vor sich hindösen wie die Kanzlerin. Wer döst, wählt auch nicht mehr. Das ist ebenfalls gut für Merkel. Eine geringe Wahlbeteiligung ist schlecht für die SPD, nicht für die CDU, die schon immer eher ein Kanzlerwahlverein gewesen ist als eine treibende politische Kraft zu neuen Obstgärten. 

Döst die Kanzlerin vor sich hin, wird der Vizekanzler schon einmal laut, was Christoph Schwennecke zu der Anmerkung veranlasst, dass Sigmar Gabriels "Impulsivität, Sprunghaftigkeit und Widersprüchlichkeit" dem Vizekanzler "immer wieder gehörige Probleme" machen, aber der "Cicero"-Chefredakteur hat gut schreiben, weil Merkel nie impulsiv ist, sondern abwartet, gar nicht sprunghaft sein kann, weil sie auf kein Problem anspringt, sondern von dem Problem angesprungen werden muss, und weil sich ihre Widersprüche immer in Wohlgefallen der vor sich Hindösenden auflösen.

Die SPD muss sich gar nicht selbst zerstören, die Zweit-SPD von Angela Merkel bleibt die beste Erfindung in der Geschichte der CDU seit es Fälschungen gibt, diese Fälschung ist so genial, dass die Kanzlerin sofort aus ihrer Partei austreten würde, wenn ihr jemand daraus einen Vorwurf machen würde.

Niemand erwartet von einer Fälschung, dass sie wirklich etwas wert ist, der Schein bestimmt das Bewusstsein bis zur Bewusstlosigkeit. Deswegen gibt es auch in der SPD immer mehr gefälschte Sozialdemokraten, vor Originalen wird gewarnt. Dem Gefälschten ist alles falsch - sogar jeder Hinweis auf die Herausforderungen der Zukunft, die schon jetzt an der Substanz zehren.

Sonntag, 17. November 2013

Der Hoffnungsträger

Der SPD wählt CSU

28 Jahre alt, schwul, evangelisch, Landrat im niederbayerischen Landkreis Regen: Die SPD hat laut "Bild am Sonntag" (BamS) von heute endlich wieder einen Hoffnungsträger. Der wisse, wie man Schlagzeilen macht. Eine habe Michael Adam nach der Bundestagswahl produziert, weil er eigenem Bekunden zufolge CSU gewählt hatte. Heute wird an ihn die Frage gerichtet: "Wie war das mit dem Sex im Amt?" Angeblich hat der 28-Jährige einen Geliebten mit ins Landratsamt genommen - weil er zuhause keine Ledercouch hat? Sex am Arbeitsplatz bestreitet Michael Adam nicht, er lässt nur mitteilen, dass er nicht nach jeder Affäre erzählen will, wie es war.

Für die "Bild am Sonntag" gehört der 28-Jährige zum gleichen Sex-Club wie John F. Kennedy (ist nach jedem gescheiterten Mordversuch an Fidel Castro bumsfidel gewesen), Bill Clinton (hat sich politische Sorgen wegblasen lassen), Silvio Berlusconi (lockte Minderjährige zwecks Nutzung der Lustgrotte in eine solche) und Dominique Strauss-Kahn (für den die Abkürzung IWF ich will ficken bedeutete). Dewegen versichert die BamS "Herr Adam ist in bester Gesellschaft". Ist er auch als CSU-Wähler.

Was aber macht diesen 28-Jährigen zum Hoffnungsträger der SPD? Da aber auch Sigmar Gabriel diese Frage nicht beantworten kann, ist diese Frage unfair. Eigentlich hat die SPD auch nur noch eine Hoffnungsträgerin. Die heißt Angela Merkel, obwohl sie gerade eine Krise bekommt, weil die SPD doch gern ein wenig sozial bleiben möchte. Darf sie, versichert CDU-Fraktionschef Volker Kauder. Nur eine gewisse Verzögerung bei der Einführung des Mindestlohnes müsse die SPD in Kauf nehmen. Wird sie. Im Internet kursiert schon der Spruch "Die Koalitionsverhandlungen werden so lange dauern, bis wir alle Wahlversprechen vergessen haben".

Sonntag, 1. September 2013

Das Monell










Sah der Raab ein Weiblein stehn

Vier Sender - ein Monell. Schlägt Raab die Kanzlerin? Er sei ein emotionaler Typ, sagt der Pro-7-Entertainer. Ihm könnten schon einmal die Pferde durchgehen. Darauf gerichtet werden heute Abend 160 Scheinwerfer mit 50 000 Watt. Was ihr Volt, ist also nicht das Thema. Zu dem Monell zwischen Raab und Merkel ist auch Peer Steinbrück eingeladen worden. Einen Sozialdemokraten, der Zeit hat, fand die SPD leider nicht so schnell.

Sah der Raab ein Weiblein stehn, soll fünf Strophen haben. Die wichtigste Strophe: Wie groß wird die große Koalition mit einer schrumpfenden SPD? Schon steigt die Temperatur im Studio auf 23 Grad und entspricht dem wahrscheinlichen Wahlergebnis der SPD. Auch Anne will heute Abend ein paar Fragen stellen. Das raab es bislang noch nicht. Die Kanzlerin ist jedoch auf alles vorbereitet. Bis Peter seinen Kloeppel rausholt. Der ist dafür bekannt, dass er in solchen Momenten richtig ausholt. Ob er so Raab das Monell stehlen kann, wird man nach 90 Minuten wissen. Verlängert wird nicht. Weiter gekloeppelt werden darf erst nach Sendeschluss.

Im Pressezentrum sitzen 400 Journalisten. Alle von dpa. Die passen auf, ob Merkel etwas anderes sagt als in den vor ihnen liegenden Pressemitteilungen aus dem Kanzlerinnenamt steht. Außerdem hocken 54 Prozent der Deutschen vor ihren Bildschirmen. Das raab es auch noch nicht. Die Monell- so hoch wie die Wahlbeteiligung ist neuer Rekord.

Begrüßt wird das Raab-Volk von Maybrit Illner. Das zahlt sich sicherlich aus, denn mit Zahlen kennt die sich aus. Drei bis vier wird sie Merkel an den Kopf werfen. Die wirft dann andere Zahlen zurück. Bis der Raab kräht.

Dienstag, 3. April 2012

Kanzlerin

Der Großen Koalition?

"Erfolge der Piraten und Wählerabwanderung zur Links-Partei schwächen die SPD. Auf eine Kanzlerschaft kann sie kaum hoffen. Es bleibt nur die Aussicht auf eine große Koalition – als kleinerer Partner." Schreibt heute Daniel Friedrich Sturm auf "Welt online". Denn dort ist der Hase im Pfeffer verbuddelt. Die Springer-Presse will die Große Koalition. Hauptsache, Angela Merkel bleibt Bundeskanzlerin. Die politische Wunschheirat gibt es für Merkel kein zweites Mal, denn für die FDP mag zwar im Wald ein Rösler stehen, aber auch inmitten von Bäumen ist für diese Partei stets und auch sonst überall die Fünf-Prozent-Hürde zu hoch.

Außerdem bekäme die Union gar nicht die meisten Stimmen, wenn die SPD endlich auf solche Spitzenpolitiker wie das ewige Talent zu aufgeblasenen Sprüchen Sigmar Gabriel, wie den ewigen Verzählmeister Peer Steinbrück und wie die personifizierte Langeweile Frank Walter Steinmeier verzichtete und sich nicht immer von einer Partei, die von einer ehemaligen FDJ-Funktionärin für Agitation und Propaganda vor eine Zerreißprobe nach der anderen gestellt wird, ins Bockshorn jagen ließe, mit dem Merkel gerade der FDP die letzten Flötentöne beibringt und die CSU in den Hörsturz treibt.

Die SPD braucht etwas Frisches - die Troika ist so vertrocknet, da sprießt nichts mehr. Wenn dieser Tage über Betreuungsgeld diskutiert wird, beschleicht einen das Gefühl, das sei ein geplanter Zuschuss für Gabriel, Steinbrück und Steinmeier und nicht für Mütter, die ihre Kinder zuhause betreuen und erziehen wollen. Diese drei sind so schwach, die müssen von der Piratenpartei, von den Grünen und von der Linkspartei gar nicht mehr geschwächt werden.

Wo sind denn die großen gestalterischen Ideen für die Bändigung des Finanzmarktes, für den Kampf gegen den europäischen Kollaps und für die Beantwortung immer drängender werdender weltweiter sozialer Fragen? Wenn jetzt durch die Nachrichten geht, dass im EU-Durchschnitt die Arbeitslosigkeit bei über 10 Prozent liegt, Deutschland aber relativ gut abschneide, dann sollte man sich doch erstens fragen, wie gesund ein Kontinent bleiben kann, wenn immer mehr krank werden - und zweitens könnte man auch mal nachschauen, wie viele Frauen und Männer in Deutschland ohne Job trotzdem nicht in der Arbeitslosenstatistik auftauchen, weil man sie irgendwo untertauchen lässt.

Das kann man doch schon nicht mehr hören: Bei jeder Gelegenheit wirft die Troika Merkel vor, sie komme zu früh oder zu spät oder gar nicht, das sei Deutschland nicht länger zuzumuten, während uns Gabriel, Steinmeier und Steinbrück im Unklaren darüber lassen, was denn nach ihrer Meinung wann richtig gewesen wäre. Und zwar nicht nur für Deutschland...

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sigmar Gabriel

13. Dezember 2009
Der SPD-Vorsitzende und das Kindeswohl

Sigmar Gabriel kämpft immer wieder gegen das Vergessenwerden. Deswegen macht er markige Sprüche. Seinerzeit im niedersächsischen Landtag, bis Sozialdemokraten geglaubt haben, zu ihnen spreche ein Hoffnungsträger. Diese Hoffnung trog jederzeit und in jedem Amt. Schröder-Land war laut „Stern“ zwar bereits abgebrannt, als Glogowski gehen musste und Gabriel kommen durfte, aber es wuchs kein neues Leben aus den Ruinen, sondern 2003 eine Wahlniederlage.


Also wurde der 50-Jährige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, was den meisten erst auffiel, als sich die Wahlperiode und somit die SPD-Regierungsbeteiligung dem Ende zuneigte, denn nun meldete sich der in Goslar geborene Lehrer immer häufiger lauthals zu Wort. Try to remember of Gabriel in september.

Dieser Politiker ist so rund, der rollt sich einmal ab und steht dann wieder auf. Sein „new deal“ gilt jetzt für die SPD. Basis stärken, Führung stärken, Partei stärken. Die SPD landet laut Sonntagsfrage bei 24 Prozent. Erreicht also fast das Lebensalter der neuen Ehefrau von Müntefering.

Da sagt sich Sigmar Gabriel: Das kann doch nicht alles gewesen sein und begibt sich zu Studentinnen und Studenten in Berlin. Den mitgereisten Frank-Walter Steinmeier lässt er verbal als Fraktionsvorsitzenden links liegen und stellt diese These auf: Die Bundesregierung will Eltern dafür bezahlen, dass sie ihren Nachwuchs nicht in den Kindergarten schicken.

Schon fallen einem alle Lehrer ein, die man als Schüler nicht gemocht hat, weil sie Zeit zum Nachdenken nicht gewährten. Die hauten auch den Stoff so lange heraus, bis die Pausenklingel erlösend wirkte.

Eltern, die sich nicht so schnell wie möglich von der Erziehung ihres Nachwuchses verabschieden, Käuflichkeit vorzuwerfen, grenzt schon an Verleumdung von Müttern und Vätern, die sich Gedanken darüber machen, ob jeder vorgezeichnete Weg auch der richtige ist. Dieser Spruch von Sigmar Gabriel ist so dumm wie weiland der Satz von Gerhard Schröder: „Lehrer sind faule Säcke“.

Sonntag, 21. Juni 2009

Frank-Walter Steinmeier

21. Juni 2009
Patientenverfügung der SPD

Ich kann Kanzler, haben am Freitag im Zweiten Deutschen Fernsehen sechs junge Leute behauptet. Ich kann Kolumnist, behauptet Peter Hahne und verfasst in der heutigen „Bild am Sonntag“ einen Beitrag „Über eine Verfügung für Patienten und unsere Verantwortung für Würde im Sterben“. Der beginnt mit diesem Satz: „Diesmal können einem die Politiker beinahe leid tun.“

Es ist zwar sicherlich nicht das erste Mal, dass einem Politikerinnen und Politiker Leid tun können, aber da es diesmal um den Kompromiss zu Patientenverfügungen geht, wundert man sich über das Wort „beinahe“. Wieso beinahe? Heißt das: Mitleid ist erneut fehl am Platze?

Also: Wenn man sich die SPD und deren Spitzenkandidat Frank-Walter Steinmeier anschaut, dann kommt man ganz ohne „beinahe“ aus. Da stellt sich dieser Mann bei einem Sonderparteitag hin und kündigt einen „fulminanten Wahlkampf“ an, der für ihn im Kanzleramt enden soll und schon verendet diese Hoffnung bei der nächsten Umfrage.

Wie eine Patientenverfügung für diese Partei formuliert werden müsste, finden ganz bestimmt nicht einmal mehr Expertenrunden heraus. Nicht einmal Parteiapparatemedizin würde noch helfen. Bleibt also: Würde im Sterben dieser Volkspartei, die außen rot und innen weiß froh sein kann, wenn sie zweitstärkste - man ringt nach einem Wort, das heißen müsste - „Kraft“ bleibt.

Der Steinmeiersche Wiederbelebungsversuch gestaltet sich so: Er hämmert den Delegierten auf dem Sonderparteitag ein, dass alles, was gut an der Großen Koalition gewesen sei, von der SPD stamme. Und schon fragt man sich: Warum teilen immer weniger Wählerinnen und Wähler diese Sichtweise?

Donnerstag, 30. April 2009

SPD-Föhn

30. April 2009
SPD testet bei Europawahl nur den Kleister für Plakate?

Aus Erfahrung gut (AEG) ist der Fön, der sich vor 13 Jahren ein h zugelegt hat, 1908 noch nicht gewesen, denn in jenem Jahr ist dieses Wort zur Wortmarke geworden. Außerdem ist Föhn, der sich kein h zulegen musste, weil er das h schon hatte, eine Wetterlage, bei der die Spieler von Bayern München noch weniger als sonst wissen, von wem sie gerade warum trainiert werden, und die Freistaatler CSU wählen.

So oder so ähnlich müssen sich die Europa-Wahlkämpfer der SPD in Gedankengängen verirrt haben, als sie sich ein jetzt überall festgeklebtes Plakat mit einem Föhn als Blickfang einfielen ließen, das eigentlich von Der Linken finanziert werden müsste. Wird es aber wohl nicht. Diese Werbung für die Europawahl gibt es kostenlos.

Verkündet wird auf dem Föhn-Plakat, dass sich heiße Luft für Die Linke entscheiden würde. Das ist so dumm, man liest es zweimal. Denn: Ein Föhn entscheidet sich nicht für heiße Luft, er produziert sie, damit die Haare trocken werden. Das macht Sinn, der SPD-Spruch nicht. Aber irgendwie doch. Er zeigt, wie verwirrt Sozialdemokraten inzwischen sein können. Wenn Angela Merkel ihnen keine Aufträge mehr geben würde, hätte sich die SPD möglicherweise schon in (heiße) Luft aufgelöst.

Merke: Konkurrierst du mit einer Partei, musst du das eigene Profil schärfen. Behaupten, die anderen hätten keins, und dafür Bilder verwenden, die schief hängen, führt nur dazu, dass sich potenzielle Wählerinnen und Wähler den Hals verrenken und schmerzverzerrt auf das Wohnzimmersofa sinken, während die anderen zur Wahlurne eilen.

Auch wieder wahr. Zu Europawahlen eilt kaum jemand. Möglich ist also auch: Die SPD übt nur für die Bundestagswahl das Kleben von Plakaten. Was drauf steht, ist noch nicht so wichtig, getestet wird erst einmal nur der Kleister.

Montag, 26. Januar 2009

Rechter Staat als Rechtsstaat

26. Januar 2009
Krimineller gibt Interviews/Müntefering spricht leider auch

Das bekommt der Zumwinkel hin: zwei Jahre lang keine Steuern hinterziehen. Dann muss er sich nicht mehr bewähren…Die Zeit wird ihm wie im Fluge vergehen, wenn er so ein beliebter Interviewpartner bleibt wie nach dem Urteilsspruch. Das schaffen nur wenige Kriminelle.

Wahrscheinlich ist, dass der Richter schon bereut, den ehemaligen Postchef frei gelassen zu haben. Zumindest nach dem Gespräch mit dem Bonner „General-Anzeiger“. In dem hat sich Zumwinkel darüber beklagt, dass er nun das Vertrauen in den Rechtsstaat verloren habe. Schließlich sei gegen mehrere Gesetze verstoßen worden. Das muss man mehrmals lesen, um es kein Mal zu verstehen. Sich selbst meint er damit nicht, sondern die Medien.

Wie kann eigentlich jemand, der solch einen Kohl redet, Chef eines großen Unternehmens werden? Weil Franz Müntefering Chef einer ehemals großen Partei werden kann? Der treibt es verbal genauso schlimm wie der ehemalige Postchef und wirft der Linken eine nationale und soziale Politik vor. Die nationalsozialistisch zu nennen, traut er sich nicht, er legt dieses Weiter-Spinnen nur nahe. Ist der Ruf der SPD erst ruiniert, labert es sich eben völlig ungeniert. Sozial und föderal geht übrigens für Franz Müntefering, denn auf Länderebene schließt er Koalitionen mit der Linken nicht aus.

Bei einem Bekannten von mir hängt der Spruch „Lieber Gott, lass es Hirn regnen, die Kamele werden nicht alle“ im Flur…In diesem Land muss er endlich auch woanders aufgehängt werden! Kein Wunder ist: In Deutschland hätten noch mehr Barack Obama gewählt als in den USA…

Sonntag, 21. Dezember 2008

Wiefelspütz macht Putz

21. Dezember 2008
SPD-Bundestagsabgeordneter versteht nur Bahnhof

Wie viel Putz will dieser SPD-Bundestagsabordnete und innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion auf Abgeordnetenwatch denn noch machen? Glaubt Dr. Dieter Wiefelspütz, der so aussieht, als seien gleich mehrere Schönheitsoperationen gescheitert, dass auch das „virtuelle Gedächtnis“ der Wählerinnen und Wähler kurz ist?

Oder war der 62-Jährige an diesem Samstag nur so schlecht gelaunt, weil der plötzliche Tod seines Friseurs den dringend erforderlichen Eingriff in die Haarpracht des Richters a. D. verhindert hat?

Wie dem auch sei: Missgelaunt bügelte Wiefelspütz am 20. Dezember 2008 alle an ihn gerichteten Fragen ab. Einen Bürger, der sich kritisch zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr geäußert hatte, fragte er: „…haben Sie ein Mandat…?“ „Es reicht“, schrieb dieser SPD-Bundestagsabgeordnete einem Kritiker des BKA-Gesetzes um die Ohren. Denn: „Ich habe zur BKA-Novelle bei abgeordnetenwatch vierhundertsiebenundneunzigmal Stellung genommen.“ Während einige Zeitgenossen Schäfchen zählen, um in den Schlaf zu finden, zählt dieser Politiker seine Antworten, um sich um den Schlaf zu bringen? „Nicht ausreichende Angaben“ warf er einer Frau vor, die sich Sorgen um die Höhe ihrer Rente machte. „Ihre Fragen habe ich bei abgeordnetenwatch bereits hundertfach (oder zweihundertfach?) beantwortet. Lesen Sie bitte die Antworten nach“, kam er der nächsten Fragenden wieder statistisch und teilte dann noch einem ehemaligen Heimkind mit, was er an diesem Sonntag eigentlich allen mitgeteilt hatte: „Ich verstehe nicht, was Sie von mir wollen.“

Wozu - fragt man sich bei der Betrachtung seines Fotos in Kürschners Volkshandbuch Deutscher Bundestag - hat Dieter Wiefelspütz eigentlich derart abstehende Ohren? Wenn er sowieso nichts versteht, kann er sie doch auch am Kopf festkleben.

Der Mann ist übrigens auch noch Brillenträger. Da kann man dem in Lünen noch aktiven Rechtsanwalt eigentlich nur raten: Brille putzen und mit geschärftem Blick in das Grundgesetz schauen. Dort steht nämlich, dass alle Macht vom Volke ausgeht. Dieses Volk hat also nicht nur unzählige Mandate, es verteilt sie sogar noch. Das Portal abgeordnetenwatch will Politik gläsern machen und ein „virtuelles Gedächtnis“ sein. Also gilt nicht nur an diesem 20. Dezember 2008 auch für diesen Juristen die Liedzeile eines anderen Juristen: „Nichts ist vergessen…“

Dienstag, 25. November 2008

SPD-Weihnachtsgeschichte

25. November 2008
Als Ex-Minister die SPD noch schätzten

Und es begab sich zu einer Zeit, als die SPD zumindest noch von den eigenen Ex-Ministern geschätzt wurde, also vor langer Zeit, da plante eine Spitzenkandidatin, die inzwischen von der SPD auch nicht mehr geschätzt wird, eine Wende in der Energiepolitik, mit der sich ein Parteifreund, der bekanntermaßen schlimmer ist als jeder Feind, nicht anfreunden konnte, weil er seit geraumer Zeit mit genau dieser Energiepolitik Geld verdiente. Also sagte er: Wählet diese Kandidatin nicht!

Beinahe jedoch wäre sie gewählt worden und dafür, dass es nicht ganz geklappt hatte, wurde jener Ex-Minister zur Rechenschaft gezogen. Sie riefen: Werft ihn aus der SPD! Das aber scheiterte an der Erkenntnis, dass die SPD es sich gar nicht mehr leisten konnte, jemanden aus der Partei zu werfen, denn: Wehe, der Mitgliederschwund war auch so schon groß genug. Also wollten sie diesen Ex-Minister behalten und schimpften ihn nur ein wenig aus und gaben ihm den Rat: Wenn du als SPD-Mitglied die SPD nicht mehr wählen kannst, dann schweige darüber!

Reden mag zwar Silber sein und Schweigen Gold, aber Geld, Geld verdienen kann auch ein Ex-Minister nicht, wenn er Vorträge halten würde, ohne ein Wort zu sagen. Es musste also etwas geschehen, und es geschah dies: Der Ex-Minister verzichtete, worauf er angeblich nicht verzichten wollte, auf die Mitgliedschaft in der SPD nämlich. Damit war jedem die Sache klar: An der Nase herumführen kann man sogar solche, die gar keine Nase mehr haben. Trotzdem tuscheln sich andere immer noch zu: Auch bei der nächsten Bundestagswahl will die SPD wieder antreten. Ob der neue Spitzenkandidat jedoch noch geschätzt wird, ist eine Frage, die nicht einmal mehr dieser Spitzenkandidat beantworten kann.