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Sonntag, 10. Juli 2011

Respekt! Personen

10. Juli 2011
Der Friederich, der Friederich

Mit einem Interview in der heutigen "Bild am Sonntag" will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich Eltern, Erzieher und Lehrer wieder zu Respektpersonen machen, die sich nicht gegeneinander ausspielen lassen. Schon bröckelt´s woanders.

Dem Bundesnachrichtendienst (BND) sind laut "Focus" Baupläne abhanden gekommen. Ist auch mit 100 Kameras nicht verhindert worden. Die Pläne sind weg. Da ist dagegen noch jener BND-Mitarbeiter, der seinen Dienstcomputer auch für die Bestellung von Pornos genutzt haben soll. Respekt!

In der SPD jedoch funktioniert die Überwachung. Alle beobachten Peer Steinbrück. Weil der angeblich mehr von Wirtschafts- und Steuerpolitik versteht als Angela Merkel und somit 2013 die K-Frage für sich beantworten könnte. Die Partei allerdings würde nicht hinter ihm stehen. Die mag Sigmar Gabriel. Und der weiß inzwischen nicht mehr, wen er mag. Steinbrück vs Steinmeier - da will sich Gabriel nicht festlegen.

Dem Manne könnte aus der Patsche geholfen werden. So: Steinbrück überfällt endlich die Schweiz und Steinmeier spendet noch eine Niere. Dann müsste nur noch Klaus Wowereit in Berlin das sozialdemokratische Eisen aus dem Wahlfeuer holen - und schon wäre der Kanzlerkandidat. Und wenn nicht? Hat die SPD alle möglichen Kanzlerkandidaten verheizt, Sigmar Gabriel macht´s. Dass er es nicht kann, hat er bereits in Niedersachsen bewiesen. Respekt!

Bleiben wir doch gleich in diesem Bundesland. Landeshauptstadt ist Hannover. Der Oberbürgermeister heißt Stephan Weil. Dem werden beste SPD-Chancen gegen den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) eingeräumt. Deshalb sprechen die beiden nicht mehr miteinander, wird in Hannover etwas Wichtiges gefeiert, werden Vertreter der Landesregierung nicht mehr eingeladen. Respekt!

Aber wie von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich heute gesagt: Erst einmal sollen Eltern, Erzieher und Lehrer wieder Respektpersonen werden. Dat andere krieje mer später.

Sonntag, 13. Dezember 2009

Sigmar Gabriel

13. Dezember 2009
Der SPD-Vorsitzende und das Kindeswohl

Sigmar Gabriel kämpft immer wieder gegen das Vergessenwerden. Deswegen macht er markige Sprüche. Seinerzeit im niedersächsischen Landtag, bis Sozialdemokraten geglaubt haben, zu ihnen spreche ein Hoffnungsträger. Diese Hoffnung trog jederzeit und in jedem Amt. Schröder-Land war laut „Stern“ zwar bereits abgebrannt, als Glogowski gehen musste und Gabriel kommen durfte, aber es wuchs kein neues Leben aus den Ruinen, sondern 2003 eine Wahlniederlage.


Also wurde der 50-Jährige Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, was den meisten erst auffiel, als sich die Wahlperiode und somit die SPD-Regierungsbeteiligung dem Ende zuneigte, denn nun meldete sich der in Goslar geborene Lehrer immer häufiger lauthals zu Wort. Try to remember of Gabriel in september.

Dieser Politiker ist so rund, der rollt sich einmal ab und steht dann wieder auf. Sein „new deal“ gilt jetzt für die SPD. Basis stärken, Führung stärken, Partei stärken. Die SPD landet laut Sonntagsfrage bei 24 Prozent. Erreicht also fast das Lebensalter der neuen Ehefrau von Müntefering.

Da sagt sich Sigmar Gabriel: Das kann doch nicht alles gewesen sein und begibt sich zu Studentinnen und Studenten in Berlin. Den mitgereisten Frank-Walter Steinmeier lässt er verbal als Fraktionsvorsitzenden links liegen und stellt diese These auf: Die Bundesregierung will Eltern dafür bezahlen, dass sie ihren Nachwuchs nicht in den Kindergarten schicken.

Schon fallen einem alle Lehrer ein, die man als Schüler nicht gemocht hat, weil sie Zeit zum Nachdenken nicht gewährten. Die hauten auch den Stoff so lange heraus, bis die Pausenklingel erlösend wirkte.

Eltern, die sich nicht so schnell wie möglich von der Erziehung ihres Nachwuchses verabschieden, Käuflichkeit vorzuwerfen, grenzt schon an Verleumdung von Müttern und Vätern, die sich Gedanken darüber machen, ob jeder vorgezeichnete Weg auch der richtige ist. Dieser Spruch von Sigmar Gabriel ist so dumm wie weiland der Satz von Gerhard Schröder: „Lehrer sind faule Säcke“.