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Donnerstag, 4. Februar 2016

Petry Heil

Angela Merkel macht Dreier mit Erdogan

Auf Flüchtlinge an der deutschen Grenze schießen will Angela Merkel nicht. Diese Forderung von AfD-Chefin Frauke Petry lehnt die Kanzlerin als ultima ratio ab. Sie ist für ultima Erdogan. Der lässt zurzeit nur auf Kurden schießen. Sogar Beerdigungen werden unter Beschuss genommen, Wissenschaftler, die protestieren, werden verhaftet, Journalisten verfolgt. 

Ebenso liebevoll soll sich Erdogan nun um Flüchtlinge kümmern, damit die nicht mehr nach Deutschland kommen oder Deutschland wieder verlassen. Milliarden sind auf dem Überweisungs-Weg für diesen dritten Weg, den Peter Dreier als Landrat der Freien Wähler in Landshut bisher nur bis nach Berlin kennt. 

Kürzlich verfrachtete dieser Landrat 21 Flüchtlinge aus "lauter Verzweiflung" in einen Bus und brachte sie gegen ihren Willen nach Berlin. Wäre der Bus gleich in die Ost-Türkei gefahren, hätte der Wille dieser Flüchtlinge noch weniger gezählt. Bei jedem Widerwort hätte Erdogan zurückgeschossen.

Verzweifelt sind auch die Kurden, deren Kinder ermordet werden. Wenn sich nun Verzweiflung in Landshut und Verzweiflung in der Ost-Türkei auch noch gern gesellen würden, hätte Merkel ihren Dreier für Erdogan.   

Montag, 18. Januar 2016

Mutti hat Kummer

Wo sie auch hinhört: Ultimatum

Bisher ist ihre Politik stets alternativ - los ist jetzt aber eine Menge. Wo Mutti auch hinhört, es klingt immer nach einem Ultimatum. Auch die SPD setzt sich inzwischen von den Flüchtlingen ab - während ein Landrat aus Landshut Flüchtlinge in Berlin absetzen will.

"Wir müssen es schaffen, den Zuzug zu reduzieren", sagt Sigmar Gabriel. Zuverlässigen Quellen zufolge hat er das erkannt, als er in einem Supermarkt hinter zwei Flüchtlingen stand. Die waren eher am Zug und er schaute zu.

Auch der leider noch nie ausgewiesene Philosoph Edmund Stoiber, der 2002 als Unions-Kanzlerkandidat unvergessliche Weisheiten wie "Kinder sind ähm..." verbreitet hat, weil sie bis dahin gänzlich unbekannt waren, will Mutti bis Ende März auf Trab bringen. Sie soll endlich ihre Flüchtlingspolitik ändern, obwohl Sigmar Gabriels Stellvertreter Thorsten Schäfer-Gümbel ihr vorwirft, sie mache gar keine. Politikwissenschaftlern zufolge schadet das der SPD.

Mutti hat eine Richtung vorgegeben, die den ganzen Bogen spannt, meint dagegen Ursula von der Leyen aus Burgdorf-Beinhorn, wo sie auch schon einen Flüchtling aufgenommen hat. Der will Pilot werden. Trotzdem hört man von Bundespräsident Joachim Gauck nichts. Denn in der Flüchtlingspolitik geht es nicht um grenzenlose Freiheit - und wenn es um Grenzen geht, hat er schon die Pyrenäen mit den Alpen verwechselt - auch dabei ging es um einen Piloten...Das macht den Bundespräsidenten vorsichtig. Bevor der noch einmal zu einem Atlas mit Fehldrucken greift, greift der nicht in diese Diskussion ein.

Ein Sozialpsychologe will inzwischen bei seinen Veranstaltungen herausgefunden haben, dass sich die Menschen, die Flüchtlingen helfen, nicht beirren lassen. Bei Mutti könnte das genauso sein, denn alles, was sie tun soll, geht nicht. Oder Europa geht den Bach herunter. Dabei ist Europa - östlich betrachtet - schon heruntergekommen genug.