14. August 2011
Wenn ein Jurist anziehend wirkt
Wie hoch ist in der Nord-CDU eigentlich der sexuelle Neidfaktor? Und warum zieht der Landes- und Fraktionschef der Partei den Schwanz ein, wenn er - wie Oliver Kahn sagen würde - Eier haben sollte?
Jede Zeitung erzählt die Geschichte zwar ein wenig anders, aber die Wortwahl ist stets so seltsam, dass man den Eindruck haben könnte, dass die Verfasser sehr verklemmt sind.
Die Geschichte in Kurzfassung: Christian von Boetticher lernt im Internet eine junge Frau kennen, verliebt sich in sie, verbrngt mit ihr nach eigenen Worten "eine wundervolle Zeit". Dann trägt sich CDU-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit Rücktrittsgedanken, will im Mai 2012 bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein nicht wieder antreten.
Von Boetticher ist der umstrittene Kronprinz und fürchtet, dass sich die Liebesgeschichte herumspricht und laut "Bild am Sonntag" (BamS) von der Öffentlichkeit "nie akzeptiert werden würde". Also trennt er sich von der jungen Frau. Aus Altersgründen!
Einmal abgesehen davon, dass "Bild am Sonntag" nicht die Öffentlichkeit, sondern die Medienöffentlichkeit meint, fragt man sich bei diesen in der BamS abgedruckten Zeilen, wie spießig die Springer-Blätter sind: "Doch jetzt fällt ein Schatten auf die politische Zukunft des Jungstars."
Vier Redakteure der "Bild am Sonntag" beschäftigen sich mit dem angeblichen Schattendasein des 40-Jährigen: Michael Backhaus, Martin S. Lambeck, Kayhan Özgenc und Olaf Wilke. Haben die nichts Besseres zu tun?
"Chef der Nord-CDU soll Minderjährige geliebt haben", titelt derweil die "Welt" und beruft sich dabei auf den BamS-Bericht. Noch peinlicher wird es heute Abend. Christian von Boetticher hat eine Sondersitzung des CDU-Landesvorstandes einberufen. Wie muss man sich den Verlauf vorstellen, wenn sexuelle Neidhammel auf einer Bettkante Platz nehmen?
Vielleicht so: Christian von Boetticher zeigt Fotos von der jungen Frau herum, verrät, wie er sie bei Facebook kennengelernt hat. Peter Harry Carstensen pfeift erst anerkennend, sagt dann aber: "Das geht so nicht!" Die anderen Vorstandsmitglieder surfen gedanklich schon im Internet. Müssen aber noch bleiben, bis Christian von Boetticher das Büßergewand anzieht. Schließlich einigt man sich auf diese Presseerklärung: "Christian von Boetticher bedauert zutiefst seinen Fehltritt und gibt sein Ehrenwort, dass er sich zukünftig nur noch in Frauen seines Alters oder älter verlieben wird. Der Landesvorstand der CDU nimmt zur Kenntnis, dass auch ein promovierter Volljurist wie unser Partei- und Fraktionschef anziehend wirken kann. Nun zieht er sich aber nicht mehr vor einer jungen Frau aus, sondern zieht mit uns in den Wahlkampf."
Die Liebe, heißt es, hält sich an keine Regeln und an kein Gesetz. Bei der Nord-CDU jedoch fällt sie von der Karriereleiter. Ein größeres Armutszeugnis kann sich eine Partei nicht ausstellen...
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Sonntag, 14. August 2011
Mittwoch, 4. August 2010
Noch eine Partei
4. August 2010
Istanbul darf nicht Düsseldorf werden?
Auf meinen Facebook-Seiten wünscht sich jemand die Republikaner in den Bundestag. Das wäre dann die siebte Partei. Sieben ist eine biblische Zahl. Ist also gut? Für die Republikaner im Parlament plädiert dieser Kommentator, weil nur so Rot-Rot-Grün verhindert werden könne.
Vor sechs Jahren hat auch diese rechte Partei diesen parlamentarischen Traum neu geträumt. Einziehen wollte man von unten nach oben. Erst in Gemeinde- und Stadträte, dann in Länderparlamente, schließlich in den Bundestag, dann auch noch in das Europaparlament. Doch die Parolen zogen nicht, auch nicht die angebliche Abgrenzung von NPD und DVU. An Plakaten mit Sprüchen wie "Düsseldorf darf nicht Istanbul werden" nagte der Zahn der Zeit, ein bisschen unterschwellig kam nicht mehr an.
Nun argumentiert dieser Facebook-Kommentator nicht nur völlig unpolitisch, er beschwert sich auch noch darüber, dass er als Rechtsradikaler abgestempelt wird. Welchen Stempel hätte er denn gern? Rot-Rot-Grün-Gegner?
Würde dumm laufen. Denn inzwischen wissen wir: CDU, CSU und FDP geht nicht, CDU und Grüne auch nicht. Dafür passiert längst etwas anderes: CDU-Bürgermeister, CDU-Oberbürgermeister und CDU-Landräte lassen sich von den Linken in ihre Sessel hieven. In so mancher Kommune und in so manchem Kreistag funktioniert die Zusammenarbeit.
Schon drehen einem die Kritiker von Rot-Rot-Grün eine Nase. Das sei schließlich untere politische Ebene, auf Landes- und Bundesebene sei die Linke nicht koalitionsfähig. Dort spielt man nicht mit diesen Schmuddelkindern. Macht die SPD auf Landesebene aber schon. Deshalb wird die Erklärungsnot immer größer und so mancher Sozialdemokrat kann sich glücklich preisen, weil auch Linke auf Bundesebene eine Koalition noch ablehnen.
Nun stellen wir uns einmal - aber nicht allzu lange- vor: Die Republikaner sind im Bundestag, nehmen der Union so viele Stimmen ab, dass es reicht. Doch weder CDU noch CSU werden mit dieser Partei eine Regierung bilden, weil sie sich rechts das Wasser nicht abgraben lassen wollen. Das macht die CSU mit ihrer Diskussion über "Wie konservativ ist die CDU noch?" doch gerade deutlich.
Und was will der Kommentator mit Republikanern im Bundestag? Ein bisschen Ausländerhetze? Ein bisschen Diskriminierung von Minderheiten? Ein bisschen Reaktionäres?
Und wie soll die politische Auseinandersetzung mit dieser Partei aussehen? Einen Bus mieten, mit diesen Parlamentariern nach Istanbul fahren und dort die Basare besuchen, damit in deren Köpfe geht: Dort hängt nirgendwo ein Plakat mit dem Spruch "Istanbul darf nicht Düsseldorf werden"?
Istanbul darf nicht Düsseldorf werden?
Auf meinen Facebook-Seiten wünscht sich jemand die Republikaner in den Bundestag. Das wäre dann die siebte Partei. Sieben ist eine biblische Zahl. Ist also gut? Für die Republikaner im Parlament plädiert dieser Kommentator, weil nur so Rot-Rot-Grün verhindert werden könne.
Vor sechs Jahren hat auch diese rechte Partei diesen parlamentarischen Traum neu geträumt. Einziehen wollte man von unten nach oben. Erst in Gemeinde- und Stadträte, dann in Länderparlamente, schließlich in den Bundestag, dann auch noch in das Europaparlament. Doch die Parolen zogen nicht, auch nicht die angebliche Abgrenzung von NPD und DVU. An Plakaten mit Sprüchen wie "Düsseldorf darf nicht Istanbul werden" nagte der Zahn der Zeit, ein bisschen unterschwellig kam nicht mehr an.
Nun argumentiert dieser Facebook-Kommentator nicht nur völlig unpolitisch, er beschwert sich auch noch darüber, dass er als Rechtsradikaler abgestempelt wird. Welchen Stempel hätte er denn gern? Rot-Rot-Grün-Gegner?
Würde dumm laufen. Denn inzwischen wissen wir: CDU, CSU und FDP geht nicht, CDU und Grüne auch nicht. Dafür passiert längst etwas anderes: CDU-Bürgermeister, CDU-Oberbürgermeister und CDU-Landräte lassen sich von den Linken in ihre Sessel hieven. In so mancher Kommune und in so manchem Kreistag funktioniert die Zusammenarbeit.
Schon drehen einem die Kritiker von Rot-Rot-Grün eine Nase. Das sei schließlich untere politische Ebene, auf Landes- und Bundesebene sei die Linke nicht koalitionsfähig. Dort spielt man nicht mit diesen Schmuddelkindern. Macht die SPD auf Landesebene aber schon. Deshalb wird die Erklärungsnot immer größer und so mancher Sozialdemokrat kann sich glücklich preisen, weil auch Linke auf Bundesebene eine Koalition noch ablehnen.
Nun stellen wir uns einmal - aber nicht allzu lange- vor: Die Republikaner sind im Bundestag, nehmen der Union so viele Stimmen ab, dass es reicht. Doch weder CDU noch CSU werden mit dieser Partei eine Regierung bilden, weil sie sich rechts das Wasser nicht abgraben lassen wollen. Das macht die CSU mit ihrer Diskussion über "Wie konservativ ist die CDU noch?" doch gerade deutlich.
Und was will der Kommentator mit Republikanern im Bundestag? Ein bisschen Ausländerhetze? Ein bisschen Diskriminierung von Minderheiten? Ein bisschen Reaktionäres?
Und wie soll die politische Auseinandersetzung mit dieser Partei aussehen? Einen Bus mieten, mit diesen Parlamentariern nach Istanbul fahren und dort die Basare besuchen, damit in deren Köpfe geht: Dort hängt nirgendwo ein Plakat mit dem Spruch "Istanbul darf nicht Düsseldorf werden"?
Sonntag, 18. Juli 2010
Facebook-Bürgerinitiative
Was für ein Ticker ist ein PoliTicker?
1. Juli 2010
Freiheit als Leitstern
Nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten ist das Geschnatter in den Parteien und in den Medien groß. Einige suchen nach "Abweichlern", andere die Schuld bei den Linken.
Die Kandidatur des Bürgerrechtlers Joachim Gauck hat Schlagzeilen gemacht, in der Bevölkerung und im Internet schlug ihm eine Sympathiewelle entgegen. Leitstern des 71-Jährigen ist die Freiheit. Der könnte noch heller leuchten.
Deswegen habe ich eine Facebook-Bürgerinitiative ins Leben gerufen.
http://www.facebook.com/group.php?gid=135564929795080&v=wall&ref=ts
1. Juli 2010
Freiheit als Leitstern
Nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten ist das Geschnatter in den Parteien und in den Medien groß. Einige suchen nach "Abweichlern", andere die Schuld bei den Linken.
Die Kandidatur des Bürgerrechtlers Joachim Gauck hat Schlagzeilen gemacht, in der Bevölkerung und im Internet schlug ihm eine Sympathiewelle entgegen. Leitstern des 71-Jährigen ist die Freiheit. Der könnte noch heller leuchten.
Deswegen habe ich eine Facebook-Bürgerinitiative ins Leben gerufen.
http://www.facebook.com/group.php?gid=135564929795080&v=wall&ref=ts
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