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Donnerstag, 20. Oktober 2011

Mindesthaltbarkeitsdatum

20. Oktober 2011
Abgelaufen. Lebensmittel wegwerfen?

Jährlich werden in Deutschland 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Deshalb diskutiert die Bundesregierung zurzeit, ob daran mit einer neuen Formulierung etwas geändert werden könnte.

Kann dauern. Denn bei Union und FDP müssen wir stets mit Streit rechnen. Der könnte schon bei den Lebensmitteln beginnen. Was sind überhaupt Lebensmittel, außer Weißwurst und Bier? könnte der gelegentlich immer wieder einmal das Wort nehmende Peter Gauweiler fragen. Für den beginnt und endet die Welt bekanntermaßen an den Grenzen seines wunderschönen Heimatlandes. In Bayern werden Weißwürste und Bier immer sofort verzehrt. Wozu also überhaupt ein Haltbarkeitsdatum?

Im Namen der FDP könnte Guido Westerwelle zu bedenken geben, dass in seiner Partei nichts mehr haltbar ist. Er also anderweitig beschäftigt sei. Wenn er Lebensmittel aus dem Kühlschrank hole, wisse er doch nie so genau, als was er das tue. Als Parteivorsitzender? Als Außenminister?

Angela Merkel müsste dann nur noch darauf hinweisen, dass sie in der DDR froh gewesen sei, wenn man ihr im HO-Markt die Lebensmittel nicht vor der sozialistischen Nase weggekauft habe. Schon wäre das Thema wieder vom Tisch.

Sonntag, 18. September 2011

Berlin wählt

18. September 2011
Vorschlag: Griechen wählen deutsche Bundesregierung

Spitze bei der Arbeitslosigkeit, mies bei der Bildung - dennoch wählt Berlin an diesem Sonntag Klaus Wowereit. Könnte ein Trick sein, um ihn loszuwerden. Denn mit einem Wahlsieg steigen seine Chancen für ein Bundesregierungs-Amt.

Zu dieser Bundesregierung will die FDP nicht mehr gehören. Sie stürzt sich deswegen in den letzten Wahlkampfstunden auf die Bundeskanzlerin. Nimmt sie in den Euro-Würgegriff. Der FDP-Spitzenkandidat in Berlin versichert: Die Bundes-FDP würgt mit.

Finanzminister Wolfgang Schäuble will in der "Bild am Sonntag" diesen Würgegriff ein wenig lockern, sagt, dass er nichts gegen Philipp Rösler habe. Denkverbote werde er dem nicht verschreiben. Nur Redegebote.

Nach der angeblichen politischen Traumhochzeit mit den Liberalen hat Angela Merkel eine  Ehekrise nach der anderen erlebt, träumt deswegen schon von Streicheleinheiten der SPD.

Die steht dafür durchaus zur Verfügung. Eigenen Angaben zufolge ist sie auch noch ein starker Typ. Will ein wenig mit der Bundeskanzlerin kuscheln, dann aber auf Brautschau gehen. Bei Neuwahlen.

Wenn uns das die Griechen eingebrockt haben, dann sollen die auch über die nächste Bundesregierung abstimmen. Von dort kommt die Demokratie her, da könnte sie wieder hin...

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Beauftragungsbeauftragter

2. Dezember 2010
Wider den HTTP Status 404

Wann endlich gibt es einen Beauftragten für die Beauftragung von Beauftragten? In der jüngeren Vergangenheit hat eine Frau häufiger Schlagzeilen gemacht, die sich mit dem Titel "Integrationsbeauftragte" der Bundesregierung schmücken darf. Schreibt man an diese Dame, kann man auch gleich Schach spielen und sich so die Zeit sinnvoll vertreiben.

Welche Spiele zu empfehlen wären, wenn man sich an die "Integrationsbeauftragten" der Bundesländer wenden würde, kann von mir aus die Stiftung Warentest ermitteln. Ich nicht. Einmal vergeblich schreiben, ist wie anschließend Schach nur noch ohne Figuren.

Dann gibt es auch noch einen "Menschenrechtsbeauftragten" der Bundesregierung. Der ist in der FDP die Treppe heruntergefallen, unten angekommen päppelte man ihn mit diesem Amt wieder auf. Darüber ist er wohl immer noch so erstaunt, dass er sich beim Internet-Auftritt des Auswärtigen Amtes den HTTP Status 404 zugelegt hat. Auch sonst ist dieser Mann online nicht erreichbar. Seine alte Seite als Bundestagsabgeordneter gibt es nicht mehr, seine neue Seite als "Menschenrechtsbeauftragter" noch (?) nicht.

Wer in nächster Zeit Memory spielt, schult sein Gedächtnis und googelt diesen Mann in ein paar Monaten erneut. Vielleicht ist er dann da.

Wozu sich die Bundesregierung eine "Drogenbeauftragte" leistet, ist auf den ersten Blick auch nicht erkennbar. Das Zeug ist in der Bundesrepublik  Deutschland doch verboten. Wie falsch parken. Aber nirgendwo gibt es einen "Parkplatzbeauftragten". Nur Hostessen.

Die Bundesagentur für Arbeit beschäftigt einen "Antikorruptions-Beauftragten". Nützt aber nichts. Die volkswirtschaftlichen Verluste, die korrupte Leute verursachen, steigen Jahr für Jahr.

Sinnvoll wäre die Beauftragung eines Geldverschwendungsverhinderungsbeauftragten. Der hätte eine Menge zu tun. Sogar ein paar Minister könnten seinen Auftrag schmerzhaft zu spüren bekommen...

Sonntag, 8. August 2010

ZDF-Personalpolitik

8. August 2010
Steffen Seibert kann jederzeit zurück kehren

Heiteres Beruf behalten: Sie haben ab 11. August einen neuen Job, gehen zu Ihrem Chef und fordern von ihm eine Rückkehrgarantie, falls Sie Probleme mit Ihrem neuen Arbeitgeber bekommen. Unvorstellbar, dass der zustimmt? Antwort von Radio Eriwan: Im Prinzip, ja...Solch einen Chef gibt es nicht, aber...


...beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) gibt es solche Chefs. Weiß jetzt Steffen Seibert. Der hat bislang bei "heute" und im "heute journal" Nachrichtensendungen moderiert. In drei Tagen wird der 50-Jährige Regierungssprecher - mit Jobgarantie beim ZDF. Heißt: Steffen Seibert kann jederzeit auf den Mainzer Lerchenberg zurück kehren.

Er muss nur vorher kurz anrufen, damit seine Nachfolgerin Maybrit Illner Bescheid weiß und Platz macht? Oder bekommt der 50-Jährige dann eine neue Sendung? Dazu lässt das ZDF noch nichts verlauten - sind aber spannende Fragen.

Eine weitere spannende Frage lautet: Wie will Steffen Seibert eigentlich seine Aufgabe als Regierungssprecher erfüllen? Jeder Aufmerksame weiß doch, dass wir derzeit gar keine Regierung haben, sondern einen zerstrittenen Ministerverein. Für wen will der 50-Jährige in diesem Club sprechen? Für Angela Merkel, weil die für die Richtlinien der Politik zuständig sein sollte? Mal für den, dann für die? Oder lost Steffen Seibert vor jeder Pressekonferenz aus, auf welche Seite er sich begibt?

Gibt es also diese Erklärung für die ZDF-Rückkehrgarantie: Mitleid mit einem Mitarbeiter, der sich ver- und geirrt haben muss?